Gelöschte Dateien sind noch lange nicht vernichtet. Wie halten es die Deutschen
und die Amerikaner mit dem Datenschutz? O&O Software hat für die Studie
"Deutschland Deine Daten" ca. 400 gebrauchte Datenträger aufgekauft, um gezielt
zu untersuchen, ob die zuvor enthaltenen Dateien auch wirklich sicher gelöscht
wurden. Das Ergebnis fällt einmal mehr katastrophal aus: Ohne Probleme konnten
Olaf Kehrer und sein Team sehr private und geschäftlich brisante Daten
wiederherstellen.
Berlin, 03.09.2007 – Windows Vista stellt hohe Anforderungen an die Rechenleistung
eines Computers. Da wundert es nicht, dass viele Anwender sich einen neuen PC
anschaffen und den alten verkaufen. Den guten Zeitpunkt hat O&O Software genutzt,
um für eine neue Studie zahlreiche gebrauchte Datenträger für eine neue Studie zu
kaufen. In den Jahren 2006 und 2007 hat O&O Software so 395 Datenträger bei
Online-Auktionen erworben - und das sowohl im deutschen Raum als auch in den USA,
um einen direkten Vergleich zwischen beiden Nationen treffen zu können.
Bei den 395 Datenträgern handelte es sich um 115 Speicherkarten, USB-Sticks und
Digitalkameras sowie um 280 Festplatten. Von den 280 Festplatten waren 59 technisch
defekt und wurden nicht weiter analysiert, weil hier eine Datenrekonstruktion zu
kompliziert wäre. Bei den verbleibenden 221 Festplatten waren 72 (33 %) sicher
gelöscht, sodass es nicht möglich war, gelöschte Dateien wieder herzustellen. Die
übrigen 149 Festplatten waren gar nicht gelöscht oder "nur" formatiert.
Diplom-Informatiker Olaf Kehrer: "Das bedeutet, dass 67 Prozent der Festplatten
persönliche oder geschäftliche Daten enthielten, die leicht rekonstruiert werden
konnten. Dabei wurden 2,4 Terabyte und 17 Millionen Dateien wiederhergestellt. Unter
den Dateien waren Word- und Excel-Dokumente, 60 gut gefüllte E-Mail-Postfächer und
eine unglaubliche Menge an privaten Fotos und Videos, die teilweise bizarre
pornografische Inhalte aufwiesen."
Bei den 115 Speicherkarten, USB-Sticks und Digitalkameras waren 32 sicher gelöscht,
was einer Quote von 27,8 Prozent entspricht. 72,2 Prozent und damit 83
Speichermedien waren nicht professionell gelöscht, sodass es kein Problem war, die
hier abgelegten Dateien wieder zu rekonstruieren.
Deutschland Deine Daten 2007: Sensible Daten für jeden sichtbar
Die Analyse der Dateien, die sich wiederherstellen ließen, war für die Initiatoren der
Studie äußerst erschreckend. Problemlos war es möglich, private Schreiben an den
Rentenbund, informative Lebensläufe oder frivole Mails zu rekonstruieren, die in den
falschen Händen viel Schaden anrichten könnten. Nicht umsonst unternehmen die
Cyberkriminellen im Internet ja alle nur erdenklichen Mühen, um mit der Hilfe von
Spyware und Trojanischen Pferden in den Besitz solcher Daten zu gelangen, um sie für
ihre illegalen Zwecke einzusetzen.
Die Amerikaner verhielten sich in Sachen Datensicherheit übrigens nicht viel anders als
die Deutschen. Von den 80 in den USA erworbenen Festplatten waren 12 defekt und
wurden nicht mit berücksichtigt. Von 31 der intakten Festplatten konnten Daten
restauriert werden, was einer Quote von knapp 45 Prozent entspricht. Olaf Kehrer:
"Auf den amerikanischen Datenträgern fanden wir ebenfalls eine Vielzahl brisanter
Dateien, darunter vor allem militärische Informationen und Fotos aus dem Irak. In den
falschen Händen könnten diese Daten ebenfalls viel Schaden anrichten, zumal wir auch
Web-Zugangsdaten der US Air Force fanden. Wenn man bedenkt, dass wir nur 80
Festplatten erworben haben, ist dies bereits eine erschreckend hohe Trefferrate."
Was viele Anwender nicht wissen, ist, dass mobile Speicherkarten das gleiche
Dateisystem verwenden wie eine Windows-Festplatte. Aus diesem Grund reicht auch
hier ein einfaches Löschen nicht aus. Mit geeigneten Tools lassen sich die gelöschten
Dateien ganz einfach wieder herstellen. 72,2 Prozent der untersuchten Speicherkarten
waren nicht professionell gelöscht. Auf den 83 Speichermedien fanden die Betreiber
der Studie 1,8 Gigabyte Bilder vor - insgesamt 3.100 Aufnahmen, darunter einige
äußerst intime, die anscheinend mit dem Selbstauslöser in erotischen Situationen
durchgeführt wurden.
Warum löschen die Anwender die Daten nicht richtig?
In den PC-Medien wird seit vielen Jahren vor der Gefahr gewarnt, dass sensible
Dateien zusammen mit nicht richtig gelöschten Datenträgern in falsche Hände
gelangen können. Doch anscheinend haben die Anwender die Gefahren noch immer
nicht richtig verinnerlicht.
Als Hauptproblem macht die Studie "Deutschland Deine Daten" weiterhin die
Unwissenheit der Anwender aus. Olaf Kehrer: "Windows suggeriert beim Löschen der
Daten und beim Formatieren der Festplatten, dass die Dateien endgültig und
zuverlässig gelöscht werden. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Hier scheint
Zuhause, in den Firmen und in den Behörden noch dringlicher Aufklärungsbedarf zu
bestehen. Vor allem die IT-Verantwortlichen müssen das Bewusstsein ihrer Kollegen
dafür schärfen, dass sensible Dateien auch wirklich sicher gelöscht werden."
Hinzu kommt: Festplatten, die veraltet sind, werden nicht mehr länger in den Müll
entsorgt, sondern stattdessen bei eBay weiterverkauft. So gelangen sie leicht in die
Hände von unbefugten Anwendern, die dazu in der Lage sind, die vermeintlich
gelöschten Daten wieder herzustellen. Eine weitere Gefahrenquelle: Geht ein
Computer kaputt, wird der Rechner oft zusammen mit den eingebauten Festplatten
eingereicht. Hier sollten sich die Anwender schriftlich garantieren lassen, dass die
enthaltenen Daten weder kopiert noch gelesen werden. Besser ist es allemal, die
Festplatten vorher auszubauen.
Olaf Kehrer: "Natürlich muss man auch auf die Ignoranz vieler Anwender verweisen,
die genau wissen, dass die neuen Besitzer einer verkauften Festplatte die Daten
auslesen können und sie trotzdem nicht löschen - aus Bequemlichkeit oder Faulheit."
Sichere Lösungen: So werden Daten sicher gelöscht
Die Studie zum Datenschutz bei gebrauchten Festplatten, die O&O Software vorlegt,
zeigt nicht nur die Problematiken auf, sondern auch Lösungen. Klar ist, dass ein
Formatieren der Datenträger nicht ausreicht. Ein Verschlüsseln der Daten auf den
Festplatten erhöht zwar die Sicherheit, aber auch verschlüsselte Daten lassen sich von
Profis mit verschiedenen Methoden wieder lesbar machen. Die physikalische
Zerstörung der Festplatte mit großen Elektromagneten oder einem Bohrer ist da schon
sicherer. Aber auch ein sicheres Löschen der Daten mit der geeigneten Software - etwa
O&O SafeErase - bietet sich als probate Lösung für private und gewerbliche Anwender
an.
Studie "Deutschland Deine Daten 2007" als PDF zum kostenlosen Download
Mehr Informationen zur Studie "Deutschland Deine Daten 2007"
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